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Infrastrukturverzeichnis der Gemeinde Sülzhayn (1949–1990)
Öffentliche Einrichtungen | Gewerbetreibende | Selbständige
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  • Dorffunk
  • Anmerkungen: Der Dorffunk wurde aus den Räumen der Gemeindeverwaltung in der → Dr.-Kremser-Straße 38 betrieben. Über den Dorffunk wurden den Einwohnern u. a. Termine für Versammlungen und politische Veranstaltungen, für die Einkellerung von Kartoffeln oder die Abholung der Kohlenkarten bekannt gegeben. Die Durchsagen erfolgten in unregelmäßigen Abständen. Lautsprechermasten befanden sich an folgenden Standorten:
    • Benneckensteiner Straße 1 (vor Bäckerei Weißhaupt) → 2 Masten mit je 1 Lautsprecher
    • Benneckensteiner Straße 8 (Auffahrt zu Schirmer) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Benneckensteiner Straße/Ecke Aufgang zum Heiland → 1 Mast mit 4 Lautsprechern (siehe Bild 1)
    • Benneckensteiner Straße 14a (vor der Sporthalle) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Benneckensteiner Straße 29 (vor Haus »Hohenstein«) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Carl-von Ossietzky-Straße 1/Ecke Dr.-Kremser-Straße → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Carl-von Ossietzky-Straße 5 (vor Wohnhaus Aue) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Carl-von Ossietzky-Straße 7 (vor den 16 Wohneinheiten) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Dr.-Kremser-Straße 10 → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Dr.-Kremser-Straße 23 (vor Wohnhaus Pauly) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Dr.-Kremser-Straße 38 (vor der Gemeindeverwaltung) → 1 Mast mit 2 Lautsprechern
    • Dr.-Kremser-Straße 45 (vor Haus »Lebenswende«) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Dr.-Kremser-Straße 62/64 → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Ellricher Straße 1 (vor dem Pfarrhaus) → 1 Mast mit 2 Lautsprechern
    • Mühlbergstraße 12 (vor der ehem. Wäscherei) → 1 Mast mit 1 Lautsprecher
    • Siedlung/Ecke Siegenweg → 1 Mast mit 2 Lautsprechern
    • Siegenweg/Ecke Straße des Friedens → 1 Mast mit 2 Lautsprechern
  • Einstellung: 1980er Jahre
    • Grund: Möglichkeit des Mit- bzw. Abhörens durch den »imperialistischen Klassenfeind«
  • Rückbau: um 1991/1992
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  • Wasserwerk Sülzhayn
  • Die zentrale Wasserversorgung hat ihren Ursprung um 1911. Es wurden Versorgungsleitungen verlegt und als Wassergrundlage mehrere Quellen im Junkerholz und Kesselberg erschlossen. Im Bereich Bummelsberg wurde als Wasserspeicher ein Hochbehälter gebaut. Über zwei Rohrleitungen wurde das Quellwasser zum Hochbehälter geleitet und ins Ortsnetz verteilt. Als Aufbereitungsstufe erfolgte eine Reinigung über einen Sandfilter. Später wurde mittels Chlorgasanlage die Desinfektion durchgeführt.
    Mit der weiteren Entwicklung der Sanatorien und Modernisierung der Haushalte (Einbau WC und Bäder) reichte die Wassermenge der Quellgebiete nicht mehr aus. Es wurde im Bereich obere Dr.-Kremser-Straße ein Bohrbrunnen mit einer Tiefe von ca. 100m niedergebracht und ans zentrale Versorgungsnetz angeschlossen.
    Anfang der 1950er Jahre wurde die Speicherkapazität des Zwischenbehälters um eine Kammer erweitert. Somit konnte auch Löschwasser aus dem öffentlichen Netz bereitgestellt werden. Die Wasserversorgung der Knappschaft sollte auch über das zentrale Versorgungsnetz der Gemeinde erfolgen. Dazu mußten neue Wassergrundlagen der Gemeinde erschlossen werden.
    1954/55 wurde im Auftrag der Gemeinde der König-Wilhelm-Stollen für die zentrale Versorgung nutzbar gemacht. Hierzu wurde eine Aufbereitungsanlage sowie ein neuer Hochbehälter an der Halde, sowie die notwendigen Rohrleitungen von der Benneckensteiner Straße bis zur neuen Anlage gebaut. Damit konnte der gestiegene und künftige Wasserbedarf gedeckt werden. Für den Anschluß der Knappschafts-Heilstätte und der in diesem Bereich vorhandenen Wohnhäuser erfolgte der Anschluß 1956. Aufgrund der Höhenlage dieses Bereiches mußte vom Standort Halde eine neue Rohrleitung verlegt und auf dem Steierberg ein Hochbehälter gebaut werden. Damit konnte die bisherige Eigenversorgung außer Betrieb genommen werden. Im Laufe der Jahre mußten die Quellen Kesselberg und Junkerholz aus qualitativen Gründen außer Betrieb genommen werden. Ebenfalls erfolgte die Stillegung des Bohrbrunnens. Die Wasserversorgung erfolgte jetzt ausschließlich über das Wasserwerk Halde. Zwischenzeitlich wurde auch der Anna-Stollen in die Versorgung einbezogen. Dieses Wasser wurde über den König-Wilhelm-Stollen zur Aufbereitungsanlage Halde geleitet. Die Aufbereitung dieser Rohwässer wurde immer aufwendiger, da die Eisen- und Mangangehalte sehr hoch waren. Um die Versorgung weiter sicher zu gestalten und den steigenden Bedarf durch die neu gebaute Klinik am Haidberg zu decken, wurde entschieden, eine Überleitung aus dem Wassergewinnungsgebiet Ellrich-Zorgeaue nach Sülzhayn zu bauen. Die Anlagen Aufbereitungsanlage Halde und König-Wilhelm-Stollen wurden außer Betrieb genommen. Es wurde die erforderliche Rohrleitung und ein neuer Hochbehälter auf dem Haidberg errichtet. Die Aufbereitung des Rohwassers wird in Ellrich im Bereich des Bohrbrunnens durchgeführt.
    Seit den 1990er Jahren erfolgt die Wasserversorgung Sülzhayn nur noch mit Wasser aus Ellrich. Im Zuge der durchgeführten Straßenbaumaßnahmen im Ort sind die Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse weitestgehend erneuert worden. Eine stabile und sicherer Wasserversorgung ist damit auch für die Zukunft gewährleistet. [W.B., Nov. 2015]

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